Jeden Morgen werde ich von prähistorischen Lauten geweckt. Es ist der hiesige Hahn, dessen Geschrei sich pünktlich um 04:57 Uhr in meine Träume mischt, bevor ich wenige Minuten später davon erwache. Er lebt, gemeinsam mit seinen gackernden Hühnerfreundinnen, in unserem dschungelhaften Garten, der sich ringsum das ganze Grundstück erstreckt.
Auch andere Tiere leben hier. Die Hündin Kabud und ihr halbes Dutzend Welpen zum Beispiel. Regelmäßig besuchen sie uns auf der Terrasse. Die Welpen sind extrem schüchtern, doch ihre Mutter fühlt sich hier ganz besonders wohl. Fast jede Nacht schläft sie auf dem kleinen roten rechteckigen Teppich, der vorm Eingang zu unserem Domizil liegt.

Und dann wäre da noch eine hochschwangere Katze mit getigertem Fell. Am Anfang genießen wir noch ihre Besuche. Doch als der Geburtstag ihrer Babies immer näherrückt, kommt sie immer öfter vorbei. Wir vermuten, dass sie das Haus als geeigneten Ort auserkoren hat, um ihre Kinder zu gebären. Verzweifelt versucht sie sich Zutritt zum Haus zu verschaffen. Eines Abends hängt sie sogar in unserer Rollo und bettelt um Einlass.

Doch wir sind keine Katzenklinik, also bleibt die Katzenmutter draußen. Das nimmt sie uns übel. Nach diesem Abend bekommen wir sie nie wieder zu Gesicht.
Arnel und sein Lächeln #
Ebenerdig, direkt unter unserm Haus, hängen oft die jugendlichen Buben ab, deren Eltern das Balituk führen. Sie liegen in der Hängematte und verbringen ihre Schulferien faulenzend mit Handy im Schoß. Wenn man den kleinen Pfad entlang geht, verlässt man das Grundstück, geht an schlichten Hütten und einem Pool vorbei und erreicht die Hütte der Familie.
Am Weg begegnet man regelmäßig Arnel, unseren Gastgeber.
Auch wenn Arnels Englisch limitiert ist, hat sein Lächeln unbegrenzte Kapazitäten.
Immer wenn ich ihm begegne und die Hand zum Gruß hebe, lächelt er.
Er lächelt, wenn er vor seiner Hütte im großen Holzstuhl sitzt.
Er lächelt, wenn er den Pool reinigt.
Er lächelt, wenn er mit seinen Buben Basketball spielt.
Er lächelt, wenn er bei entsprechendem Wellengang auf seinem kleinen Surfbrett steht.
Arnels Lächeln macht die kaputte Welt wieder heil.
Das Baler-Panorama #
Geht man an der Hütte vorbei, in der Arnel und seine Familie lebt, erreicht man den Strand. Man passiert grüne Büsche und die kleine Surferhütte, in der oft Musik gespielt, geplaudert oder gegessen wird. Dann steht man am Strand und es offenbart sich dieses unglaubliche Panorama: Meer, Berge und Wolken in perfekter Harmonie. Ein Bild an dem sich meine Augen einfach nicht sattsehen können.

Surfer sind im Wasser, Hunde und Kühe am Strand. Und ich? Ich bin in Baler, lebe in einem großen Haus, hab den Strand vor der Haustür und wenn ich möchte kann ich jeden Tag surfen.
Ich lebe im Balituk und das Leben kann besser kaum sein.