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Niqs Reisen

Seelöwen!

Manchmal sollten wir alle mehr wie Seelöwen sein.

Meine große Hoffnung, dass Neuseeland doch noch irgendwo eine Stadt hat, die sehenswert ist heißt "Dunedin".

Weil wenn es eines gibt, was Neuseeland nicht kann, dann sind es Städte.

Der komische Süden hat uns eben noch entmutigt, aber wir schöpfen neuen Glauben an diese geographische Extremität.

Weil heute sehen wir Seelöwen.

Cannibal Bay #

Da fasst man gerade neuen Mut in den Süden und der erste Stopp des Tages heißt "Cannibal Bay". Na toll!

Der Name geht zurück auf die Māori, die Ureinwohner:innen Neuseelands. Es gab wohl einige Stämme, die Kannibalismus praktiziert hatten. Auch wenn dieser nicht weit verbreitet war, ist es ein dunkler Aspekt der Geschichte Neuseelands.

Wir machen uns heute jedenfalls keine Sorge von Menschen gekocht zu werden. Stattdessen sehen wir das erste Mal in unserem Leben Seelöwen.

Sie liegen einfach mitten am Strand herum, völlig unbeeindruckt von menschlicher Gegenwart.

"Eine grüne Klippenlandschaft über einem Meer mit rauem Wellengang. Am gelben Sandstrand liegt ein brauner Seelöwe und faulenzt."

Zu ihren Hobbies gehören faulenzen, schlafen oder sudern wenn sie in ihrer Ruhe gestört werden. Ihnen ist einfach alles wurscht.

Vielleicht sind sie meine neuen Lieblingstiere.

Nugget Point #

Nächster Stopp: Nugget Point. Der Name ist auch leicht erklärt. Die Felsen die hier aus dem Meer ragen ähneln Goldklumpen oder eben "gold nuggets".

Der Ausblick ist fantastisch und zwar nicht nur wegen einer gut aufgelegten Sophia.

"Kleine und große Felsen ragen aus dem blauen Meer. Einige der Felsen sind reich an grüner Vegetation. Auf der Aussichtsplattform lächelt Sophia mit ihren langen braunen Locken und ihrer dunkelblauen Regenjacke und stützt sich den Kopf mit ihrer Hand am Geländer ab."

Von hier oben kann man auch sehr gut die Tierwelt beobachten. Wir sehen Seelöwen, wie sie sich auf die Suche nach Beute machen. Man erkennt sie aber nur wenn man geduldig ist und ganz genau hinschaut.

In diesem Moment wünsche ich mir, wir hätten doch, als wir den 5 kg Sack voll Reis gekauft haben auch ein Fernglas gekauft.

Dunedin #

Als wir am Nachmittag endlich Dunedin erreichen, ereignet sich ein ganz besonderes Vergnügen. Die Straße kündigt plötzlich feierlich an, dass wir nun auf einem Motorway (dt. Autobahn) sind.

Neuseeland ist offensichtlich sehr stolz auf dieses bauliche Meisterwerk. Das Schild, das ich zu Beginn der Autobahn erspähe wirkt fast schon prahlerisch. "Motorway Begin" steht dort. Ich freu mich so für Neuseeland!

Dann kommen wir bei unserer heutigen Unterkunft an. Erneut handelt es sich um einen "Holiday Park", doch diesmal schlafen wir in einer "Suite". Nur das Beste für uns tüchtige Reisende!

Tatsächlich ist der Begriff "Suite" etwas übertrieben aber für Campingplatzverhältnisse ist unsere Unterkunft doch recht luxuriös. Immerhin haben wir unseren eigenen Kühlschrank. Am Campingplatz ist es schon etwas besonderes, wenn man den nicht mit zig anderen Menschen teilen muss.

Ich werde die folgenden zwei Nächte so gut schlafen, wie während meinem gesamten Aufenthalt in Neuseeland nicht. Ich teile mir ein großes, weiches Doppelbett mit meiner Liebsten.

Der Manu hingegen wird die schlechtesten Nächte seiner Reise haben. Weil leider muss Manu am Boden schlafen. Er wird das die nächsten Tage ein bis zwei Mal erwähnen.

Eine Stunde Dunedin #

Am nächsten Tag erkunden wir Dunedin. An jeder Ecke sehen wir Baustellen. Abgesehen davon haben wir gerade einmal eine Stunde lang Zeit die Stadt zu entdecken, weil längere Parktickets gibt es wohl nicht.

Dunedin wird ja eigentlich nachgesagt, dass es die schottische Stadt des Landes ist. Den schottischen Flair konnte ich leider nicht nachempfinden. Weder wird hier Dudelsack gespielt, noch sind die Gebäude architektonisch auffallend. Und ich bin etwas enttäuscht.

"Eine Straße unter einem blauen, wolkenlosen Himmel. An beiden Straßenseiten sind kleine Geschäfte und parkende Autos. Die Straße ist leer, abgesehen von einem querenden Fußgänger. In der Ferne sieht man einen Kirchturm."

Immerhin kauft sich Sophia im Museumsshop unserer Träume eine neue Tasche für ihr iPad. Manu jammert, weil er musste am Boden schlafen.

Eine Stunde South Dunedin #

South Dunedin hingegen ist ein eigenartiger Ort. Am nahe gelegenen Saint Clair Beach suchen wir vergeblich nach einem netten Strandcafé. Nicht nur ist der Strand frei von Cafés, er ist auch frei von Menschen.

Die einzigen Menschen, die wir hier zu Gesicht bekommen, sitzen in ihren parkenden Autos und schauen auf den Ozean hinab. Wahrscheinlich haben auch einige Fastfood dabei. Oreti-Style eben.

Wir essen in South Dunedin trotzdem vorzügliches japanisches Essen.

Tunnel Beach #

Der Tunnel Beach ist ein absolut sehenswerter Strand. Der namensgebende Tunnel ist von Menschenhand geschaffen und stellt eine Verbindung vom Felsen hinunter zum Strand dar.

Sophia und ich genießen alleine schon den Schotterweg hinunter zum Tunnel Beach.

"Unter einem blauen Himmel sieht man eine karge Felslandschaft, die teilweise grüne und teilweise gelbe Vegetation aufweist. Der Weg führt zu einer grünen Klippenformation die in den blauen Ozean hinausragt. In der Bucht ist die weiße Brandung der Wellen zu erkennen."

Der Manu aber nicht. Er ist schlecht drauf, musst er vergangene Nacht doch am Boden schlafen. Auf der gesamten Reise durch Neuseeland habe ich Manu nicht so mies gelaunt gesehen und bis zum Ende der Reise wird er nicht so mies drauf sein.

Ich mache ein Niqerchen © auf der Wiese und folge dann Manu und Sophia durch den Tunnel zum Strand.

Am Weg zurück zum Auto erwischt uns der Regen und mein Handy lässt sich die nächsten Stunden nicht laden weil es Wasser abgekommen hat.

Echt deppert!

Sandfly Bay #

Die Sandfly Bay ist unser letzter Stopp in der Gegend rund um Dunedin. Am Strand finden wir noch mehr Seelöwen. Ihnen ist wie immer alles wurscht.

Und zwar so wurscht, dass sie einfach mitten im Weg liegen und oft Hindernisse für aufgeregte Touristen darstellen.

"Ein großer brauner Seelöwe liegt mitten am Wanderweg, der von grünen Büschen umgeben ist. Manu zeigt mit seinem Zeigefinger auf den Seelöwen."

Genauso wenig wollen sie von selbigen Touristen in ihrer Ruhe gestört werden.

"Sophia steht neben einem schlafenden Seelöwen und hält den Zeigefinger an die Lippen."

Da uns Seelöwen inzwischen gar nicht mehr so sehr beeindrucken, hätten wir noch gerne ganz besondere Tiere beobachtet, die regelmäßige Besucher dieser Bucht sind: Gelbaugenpinguine.

Und angeblich gibt es hier ein Versteck, von dem aus man sie gut beobachten kann, wenn sie gegen Ende des Tages von der Jagd zurückkehren.

Aber da wir nicht einmal das Versteck auffinden, wird es heute nichts mit den Pinguinen. Vielleicht beim nächsten Mal.

Am Weg zurück Richtung Dunedin fahren wir vorbei am "Viewing point to New Zealand's first cheese factory". Weder beim Hin- noch beim Zurückfahren genießen wir diesen fantastischen Ausblick.

Ich glaube der Manu war einfach zu schlecht aufgelegt.

Seelöwen! #

Seelöwen sind großartige Tiere. Manchmal könnte ich bestimmt mehr wie ein Seelöwe sein. Manchmal sollte mir einfach alles wurscht sein.

Zum Beispiel, wenn es darum geht einen runden Abschlusssatz für diesen Artikel zu schreiben. Ist mir heute einfach wurscht.

Aber irgendwie passt er ja doch ganz gut. 🤷‍♂️

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