Skip to main content
Niqs Reisen

Das Schuhfiasko 4

Über unwiderstehlichen Reisendenschuhgeruch, ungebremsten Optimismus und den Hund von Karsada.
Vorläufer: Das Schuhfiasko 3

Im Laufe des Tages eines Reisenden sammeln sich viele Gerüche im Inneren seines Schuhs. Hunde können diesem Sammelsurium an unterschiedlichsten Gerüchen oft nicht widerstehen. Bestimmt gehen sie sogar so weit, dass sie Schuhe mit diesen aufregenden Düften stehlen und die ahnungslosen Reisenden ihres kostbaren Reiseutensils entledigen. Anders kann ich mir nicht erklären, was sonst mit meinem Schuh passiert sein könnte.

Davids ungebremster Optimismus #

Nach der frühmorgendlichen Suchaktion hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben. Der Schuh ist weg, war mein Resümee. Doch die Schönheit des Inselparadies Siargao, insbesondere der Magpupungko Rock Pools, helfen mir über den Schmerz hinweg. Als wir am Nachmittag surfen gehen spricht mir David Mut zu. "Wir finden den Schuh schon", ist sich David sicher.

Später informiert er mich, dass er einige ortsansässige Kinder angestellt hat, um bei der Suche nach dem Schuh zu unterstützen. Pacifico ist klein. Weit kann der Schuh nicht gekommen sein. Doch der Suchtrupp scheitert und meine Hoffnung schmälert sich. Der Schuh ist weg.

Die Rückkehr des Schuhs #

David bedient sich der sozialen Medien und macht den ganzen Ort auf mein Unglück aufmerksam. Und tatsächlich wird der Schuh gefunden! Ich kann es nicht fassen. Wirklich? David überreicht mir das gute Stück fröhlich. Den Glauben an die Rückkehr des Schuhs hat er nie aufgegeben.

"Auf dem roten Boden stehen meine Schuhe. Das Paar ist wieder vereint. Davor erkennt man meine Hand wie ich den Daumen in die Höhe hebe." "Sophia und ich. Sophia strahlt und hält zwei Finger zum Peace-Zeichen hoch. Zwischen ihren Fingern befindet sich mein zur Seite gerichteter Kopf. Perspektivisch wirkt es so als hätten ihre Finger micht eingespannt."

Als Hauptverdächtiger gilt der Hund vom Essenslokal "Karsada". "Doch er schaut so unschuldig aus", meint Sophia als uns David ein Foto zeigt. "Genau das will er dass du glaubst.", antworte ich. "Doch dann wartet er nur auf den einen Moment, in dem du unvorsichtig bist und bumm! Schon ist der Schuh weg."

"Ein Hund mit glattem, weiß-braunem Fell sitzt auf der Straße."

Zur Feier des Tages lädt uns David ins beste Lokal von Pacifico ein: Lebron James. Genau, benannt nach dem berühmten Basketballspieler. Er stellt uns seine Freunde vor und mich als den "Typen, dessen Schuh gestohlen wurde". Was für eine Ehre.

"An einem Tisch mit türkiser Tischdecke sitzen Sophia und ich. David sitzt und breit lächelnd gegenüber. An beiden Seiten des Tisches sitzen Davids Freunde. Alle lächeln."

David lächelt über beide Ohren. Sein grenzenloser Optimismus ist ansteckbar.

Als wir am Heimweg dem "Hund von Karsada", wie er landläufig bekannt ist, begegnen, wollen wir ihn noch zur Rede stellen. Ich biete meinen Schuh an und beobachte wie er reagiert. Wird er sich auf den nach Reisenden duftenden Schuh stürzen? Doch dem Hund von Karsada ist der Schuh völlig egal. Er lässt sich nicht reinlegen.

"Der Hund von Karsada und ich stehen uns gegenüber. Ich sitze in der Hocke und habe den Schuh vor den Hund gelegt."

Ich habe jedenfalls gelernt, dass ich die nächsten zwei Monate meine Schuhe wegpacke. Für Inselaufenthalte wie diesen wurden Flipflops erfunden. Und das gute an den Schlapfen ist klar: die flache Oberfläche aus Gummi ist für die unwiderstehlichen Gerüche, die meine Füße im Laufe eines Reisetages abgeben viel zu flüchtig.

Und somit endet das Schuhfiasko, bin ich mir sicher. Nach all dem was ich durchgemacht habe, was kann meinen Schuhen schon noch groß passieren?

Antworten (per E-Mail)
Fortsetzung: Das Schuhfiasko 5