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Niqs Reisen

Manila Dreams

Manila ist nicht so schlecht wie alle sagen.

Romez betrachtet Sophias zahlreiche Tätowierungen. Dann offenbart er selbst eine von den seinigen. Es sind drei übereinander stehende Punkte. "Apo Whang-Od", verkündet er stolz, während er mit seinem Finger auf seine Tätowierung tippt. "Das ist ihr Signature-Tattoo".

Die Anreise zu der legendären Tätowiererin ist abenteuerlich. Sie lebt im Bergdorf Buscalan, in der mystischen Mountain Province, tief im Norden Luzons. Der Weg ist weit, die Straßen nicht gut ausgebaut, doch den Aufwand ist es wert, ist sich Romez sicher. Er hatte nur wenige Pesos für die Tätowierung bezahlt.

Apo Whang-Od ist heute 108 Jahre alt. Sie tätowiert immer noch. In Jugendtagen waren es Menschen ihres Stammes, heute sind es Menschen aus aller Welt. Sie nützt eine traditionelle Tätowierkunst, bei der mit Bambusstöcken gearbeitet wird. Die Tinte, ein Gemisch aus Ruß, Kohle und Wasser, wird mit einem Pflanzendorn auf die Haut aufgetragen.

Mich fasziniert dabei, dass Romez gar nicht in der Lage war, mit Whang-Od zu sprechen, obwohl Buscalan gerade einmal 430 Kilometer nördlich von Manila liegt. Auf den Philippinen werden über hunderte Sprachen gesprochen und wenn man sich mit der alten Frau unterhalten möchte, muss man schon Kalinga oder Ilocano sprechen.

Manila, Manila #

Manila hat einen schlechten Ruf. Wenn man an die Philippinen denkt, kommen weiße Strände, Palmen und türkisfarbenes Wasser in den Kopf. Da passt das dreckige, verkehrsüberflutete Manila nicht wirklich in das Bild. Viele Reisende machen daher einen Bogen um die philippinische Hauptstadt.

"Ein junger Mann mit rotem T-Shirt und konzentriertem Blick sitzt in einem großen grünen Truck, der einen Ersatzreifen neben dem Fahrersitz befestigt hat." "Eine Szene auf den Straßen: Ein paar sitzt auf einem Motorrad und daneben fährt ein Auto mit offener Hinterseite, in dem Passagiere sitzen und nach draußen schauen." "Am Straßenrand steht ein kleiner Essensstand mit buntem Sonnenschirm."

Doch wir wollen Manila eine Chance geben.

Rizal Park #

In der Stadt herrscht eine Affenhitze. Eigentlich sollte man die Außenwelt meiden. Doch im Rizal Park spenden die zahlreichen Bäume Schatten. Es gibt kleine Essensstände und wir gönnen uns philippinisches Streetfood zum Schnäppchenpreis. Genauso wie Manila, genießt das philippinische Essen einen schlechten Ruf. Aber wie sich zeigt, ist auch das nicht gerechtfertigt.

"Die Frau vom Essensstand hält eine Hand zum Victory-Zeichen in die Luft und hält in der anderen einen grünen Teller mit Silog. Sie lächelt freundlich." "Sophia lächelt am Esstisch. Vor ihr steht ein Silog auf grünem Teller und daneben mein Sizzling Tofu in einer Papierbox."

Sophia isst Silog (Reis mit gebratenem Ei + Zugabe) im Bananenblatt und ich "Sizzling Tofu" (soweit ich das verstehe, einfach Tofu in dicker wohlschmeckender Sauce). Die Leute im Rizal Park sind gut drauf, die Hitze ist verkraftbar, das Essen schmeckt fantastisch.

Legazpi Sunday Market #

Makati gibt uns Hongkong-Vibes. Riesige Hochhäuser schmücken das Stadtbild. Die Straßen sind sauber. Wie ich erst später herausfinde, ist Makati gar nicht Teil von Manila, sondern eine eigene Stadt.

"Die leere Straße in Makati ist sauber und von Bäumen umgeben."

Beim Legazpi Sunday Market essen wir fantastische Snacks: Papaya, Chili-Tofu, Samosas und Apfelkuchen.

"Ein junger Filipino an einem Getränkestand. Er trägt ein gestreiftes T-Shirt und eine Halskette. Er hat einen schmunzelnden Blick aufgesetzt."

Dann werden wir von netten Leuten vom philippinischen Roten Kreuz angesprochen. Sie lassen uns nicht gehen, wenn wir nicht unseren Blutzucker messen lassen. Während ich einen Stich in den Zeigefinger bekomme, beginnen wir das Gespräch mit Romez. Er freut sich, wenn es mal Reisende nach Manila verschlägt.

Manila ist nicht so schlecht wie alle sagen.

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