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Niqs Reisen

Die Klippen von Cemento

Ein Ausflug am spanisch-philippinischen Freundschaftstag.

Im seichten Wasser schwimmt Müll. Auch am Strand finde ich ihn. Plastikflaschen, Getränkedosen, Trinkbecher, Glasflaschen. Inzwischen sind beide Hände voll. Der Ozean will den Müll der Menschen nicht. Also gibt er ihn zurück und spült ihn an die Strände.

Spanisch-Philippinischer Freundschaftstag #

Chads Zuhause ist ein Tierbabyparadies. Winzige Küken laufen herum, junge Kätzchen und der braune Hundewelpe "Coco" vom Balituk, der kleine Sohnemann von Kabud. Auch einige Menschen sind zugange.

"Ein kleines gelbes Küken am Kiesboden, neben einer Blechschlüssel "Ein kleines rothaariges Kätzchen, das schüchtern neben dem Vorderrad eines Mopeds den Kopf gesenkt hält"

Jemand – ich glaube es ist Chads Onkel, bietet uns eine verschlossene Kokosnuss an. Er drückt sie uns in die Hand, als wäre es selbstverständlich, dass wir sofort unsere Taschenmachete auspackten und genau wüssten, wie man damit hantiert. Chad sieht uns sofort unsere europäische Unbeholfenheit an und greift selbst zur Machete. Aber auch dieser Dienst genügt nicht, denn eine Kokosnuss ohne Strohhalm zu trinken, stellt sich nicht sonderlich einfach dar. Dann bringt Chad Gläser und ich fühle mich wie das Stadtkind, das ich bin, das weder eine Kokosnuss öffnen, noch daraus trinken kann.

"Chad hockt am Boden und schlägt mit seiner Machete auf eine grüne Kokosnuss"

Heute ist ein Feiertag. Es ist der spanisch-philippinische Freundschaftstag. Inzwischen hab ich das philippinische Volk als äußerst liebenswürdig kennengelernt. Doch dass diese deren Kolonialherrscher, welcher sie jahrhunderte unterdrückte, einen Feiertag widmeten und ihn auch noch "spanisch-philippinischen Freundschaftstag" nannten, empfinde ich äußerst amüsant. Alleine dass es so einen Tag gibt, spricht für die Gastfreundschaft und Liebenswürdigkeit dieses Volkes.

Heute machen wir einen Ausflug mit Chad. Erster Stopp: Cemento, wo die Romblon-Kommune lebt. Ich muss dabei an Anafiotika denken. Genauso wie das Inselvolk Anafi sich Mitte des 19. Jahrhunderts am Nordosthang der Akropolis niederließ, leben in Cemento Menschen von der Insel Romblon.

Die Klippen von Cemento #

Wie es die lokalen Gepflogenheiten vorgeben, wandern und klettern wir in Flipflops über schroffe Felsen. Sophia ist den Gegebenheiten besser gewappnet: sie legt die Gummihalterung ihrer Crocs hinter die Fersen und verkündet, dass sie soeben den "Safety-Modus" aktiviert hat. Ihr kann also nichts passieren.

"Chad mit erhobenen Daumen und Jan-Jan mit dem Surfergruß auf den Felsen"

Einige Minuten später stehen wir auf den Klippen von Cemento. Chad und sein Cousin Jan-Jan springen in das blaue Wasser. Als ich mich selbst ins kalte Nass werfe, merke ich wie immens stark die Gezeiten hier sind. Ich tauche unter und lass mich von der Strömung treiben. Das Wasser ist glasklar und ich fühle mich wie schwerelos. Ich war noch nie so sehr im Wasser, denke ich.

"Meine Beine im tiefblauen Wasser. Unter mir erkennt man nur die Tiefe des Ozeans" "Ich springe von der Klippe ins Meer" "Wir machen ein Selfie unter Wasser. Ich habe die Kamera in der Hand, Chad und Jan-Jan winken in die Kamera"

Beim Rückweg hebt Chad Müll vom Strand auf. Wir klettern zurück über die spitzen Felsen. Wortlos und als wäre es selbstverständlich, sammelt am Weg jeder Müll ein, um ihn zurückzubringen wo er herkommt. Der Ozean will den Müll der Menschen nicht.

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